Konkurrenz für Vmware und Co.: Mit VirtualBox betritt ein neuer Virtualisierer die Bühne. Die Open-Source-Software kann eine ganze Menge: VirtualBox führt Windows (einschließlich Vista), Linux, OS/2 und diverse Unix-Varianten mit ordentlichem Tempo unter Windows oder Linux aus.
Ein neuer Player im Virtualisierungmarkt? Nicht ganz: Hersteller InnoTek entwickelte zusammen mit Connectix bereits den VirtualPC. Nachdem Microsoft 2003 Connectix kaufte, arbeitete das deutsche Unternehmen weiter am Linux-Support in VirtualPC und VirtualServer – und entwickelt seit 2004 VirtualBox für besondere Einsatzzwecke im Bereich Sicherheit und Desktop-Virtualisierung. Die Software wird beispielsweise bei Behörden eingesetzt, war aber nie für Endanwender erhältlich.
Das hat sich jetzt geändert: Die aktuelle Version 1.3.2 ist ab sofort unter der GPL frei verfügbar. Eine Unternehmensvariante mit einigen zusätzlichen Features und – auf Wunsch – Support und speziellen Anpassungen ist unter einer prorietären Lizenz erhältlich. Quellen und fertige Installationspakete für 32-bittige Windows- und Linux-Hosts stehen ab sofort zum Download bereit.
VirtualBox emuliert ähnlich wie Vmware und Qemu einen kompletten PC, in dem sich nahezu jedes PC-Betriebssystem installieren lässt. Die Gastsysteme in den virtuellen Maschinen finden emulierte Hardware vor: den Intel-Chipsatz 440FX (Natoma), die Netzwerkkarte AMD 79C973 (PCnet II), Intel-AC97-Sound und eine Standard-VGA-Karte. Der Prozessor wird wie bei Vmware im Original durchgereicht.
Innotek empfiehlt Windows 2000, XP und Server 2003 oder eine halbwegs aktuelle 32-bittige Linux-Distribution als Host; Versionen für 64-Bit-Hostsysteme und Mac OS X sind in Arbeit. Als Gastsysteme werden offiziell Windows NT 4, 2000, XP, Server 2003 und Vista, OS/2 Warp, Linux mit Kernel 2.4 und 2.6 sowie OpenBSD unterstützt. Auch MS-DOS und und die auf DOS basierenden älteren Windows-Versionen, Linux 2.2, Netware, Solaris/x86 sowie Free- und NetBSD laufen als Gäste, sind aber nur wenig getestet.
Interessant ist der Performance-Test:
Um einen Eindruck von der Performance zu gewinnen, musste das übliche Kompilieren des Kernels herhalten – zu Vergleichszwecken auch unter Vmware. Das Kompilieren des Kernels beinhaltet reichlich Festplatten-I/O, da sehr viele Dateien gelesen und geschrieben werden müssen, sowie intensive Hauptspeicherzugriffe und eine Menge Rechnerei. Dabei zeigte sich, dass sich VirtualBox und Vmware im Ausmaß der Verlangsamung gegenüber der "nackten" Maschine nicht viel geben.
Ein zweit – mehr zur Performance gleicher Test (grep durch ein Verzeichnis mit gut 100 MByte Daten) erlaubt Rückschlüsse auf die Lesegeschwindigkeit von der Platte. Sowohl Vmware als auch VirtualBox sind hier deutlich langsamer als das native System.
nativ
make: 64:03 min
grep: 6,7 s
Virtual Box
make: 107:29 min
grep: 20,2 s
VMWare
make: 101:40 min
grep: 18,1 s
Quelle: http://www.heise.de/open/artikel/83678
Download: http://www.virtualbox.de/wiki/Downloads