Gestern habe ich mich in die für mich persönlich neuen Tiefen der Rettung einer Festplatte begeben. Das kam so:
Ich wollte mit meiner Frau und meinen Kindern einen kleinen Einkaufsbummel machen. Prima, dachte ich, dann kann ich ja währenddessen meine dritte Festplatte für die Verschlüsselung flott machen. Ich gebe also schnell ein
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Quellcode
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sudo dd if=/dev/urandom of=/dev/hda
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... und starte ... Hupps? /dev/hda? Äh, dass ist doch meine verschlüsselte Systemplatte... Oh, nein! Schnell den Prozess beendet. Als Meldung bekomme ich, dass 325 Bytes bereits geschrieben wurden. Was bedeutet das? Ganz vorne auf der Festplatte ist doch der MBR - oder wie heißt das Ding? - eingetragen. Der Adrenalinspiegel steigt, ich werde schon mal ein wenig nervös. Bedeutet dass jetzt, dass ich an die Daten der Festplatte nicht mehr herankomme? Im MBR befindet - bzw. befand - sich schließlich der Aufbau der Festplatte, wo die Partitionen liegen, der Bootloader usw. Ok, Ruhe bewahren, denke ich mir. Noch habe ich absolut zu wenig Ahnung von dem, was ich hier getan habe. Inzwischen kommt meine Frau herein, wir wollten doch jetzt losgehen und ob ich nicht später weiter machen könne. Weiter machen? Wenn sie wüsste, worum es gerade geht. Immerhin sind auf der Platte so einige wichtige Dinge, wie der Emailverkehr der letzten 5-10 Jahre, darunter einige eMails mit großem, persönlichen Erinnerungswert für mich, zudem eine große Datenbank, deren Aufbau mittlerweile Jahre gedauert hat, und noch so einiges, was man zum Leben so braucht. Warum muss mir das ausgerechnet jetzt passieren, wo ich die eigentliche Sicherungsplatte am Abend vorher platt gemacht habe um sie neu aufzusetzen (ja, ja , ich weiß Kardinalfehler Nr.1). Mist, denke ich, ich mache jetzt erst einmal gar nichts und gehe mit meiner Familie los. Bloß nicht jetzt noch eine überhastete und falsche Schnellschussaktion.
Der Einkaufsbummel wird zur inneren Tortur für mich. Sind die Daten nun weg oder nicht?
Wieder zu Hause angekommen erinnere ich mich an eine CD, die ich kürzlich mal gezogen hatte:
Ultimate Boot CD V. 4.1.1 - Die wurde dann tatsächlich zu meiner Rettung. Zunächst einmal konnte mit einem der Diagnosetools tatsächlich feststellen, dass noch alle Partitionen lokalisierbar und die Dateien einsehbar sind. Da wurde ich schon mal ruhiger. Ich habe dann erst einmal eine Live-CD (Knoppix) gestartet und in Wikipedia nachgesehen, was dieser ominöse MBR nun eigentlich genau ist. Er ist genau 512 Bytes lang. Upps, denke ich: 325 Bytes oder so hatte ich mit dd versemmelt. Noch ein Sekündchen länger und es wäre nicht nur der MBR schrott gewesen... Tief durchatmen, das hört sich doch schon mal gut an! Ok, auf der Ultimate-CD finde ich dann ein Tools zur Behandlung des MBR. Ob der MBR damit wiederhergestellt wird? So ganz genau, war mir nicht klar, ob dieses Tool das machen würde, was ich mir erhoffte. Aber da der MBR eh Schrott war, ging ich das Risiko ein und startete das MBR-Tool. Mit einer Lice-CD habe ich dann noch den Bootloader im MBR erneuert und siehe da.... ALLES WAR WIEDER BESTENS ... und ich war ein kleines bisschen stolz auf mich.
Herzliche Grüße,
lacarpe