Donnerstag, 24. Mai 2012, 13:34

Du bist nicht angemeldet.



lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

1

Mittwoch, 2. Juli 2008, 11:45

PwdHash für Firefox sinnvoll?

Hallo zusammen,

ich habe mir überlegt, ob ich das AddOn PwdHash für den Firefox installieren soll. Der angeblich geniale Clou dabei ist, dass ich jetzt nur noch ein Passwort für alle Webseiten benötigt, denn PwdHash wandelt dieses um in ein Hashpasswort, dass aus der Domäne der Seite und dem Passwort gebildet wird. Ich habe "angebliche genial" geschrieben, weil ich den Nutzen nicht so hoch ansehe. Natürlich hat man mit PwdHash für jede Seite tatsächlich ein eigenes und noch dazu kryptisches Passwort und muss sich gleichzeitig nur ein einziges (leichtes) Passwort merken. Andererseits kann jeder Angreifer dieses Hashpasswort leicht knacken, indem er - wie gewohnt - seine Wörterbuchattacke durchführt und jedes der Wörter in den Hashwert übersetzt. Im Grunde erhöht sich sein Aufwand lediglich um den Faktor 2 (normale Wörterbuchattacke + gehashte Wörterbuchattacke). Sehe ich das richtig? Meine Meinung: PwdHash hat bestenfalls solange einen deutlichen Mehrwert, wie es noch relativ unbekannt ist und kaum genutzt wird.

Viele Grüße,
lacarpe
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

stefan315

hat hier 2. Wohnsitz.

Beiträge: 423

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.39-ARCH

Desktop: KDE

Architektur: ---

  • Private Nachricht senden

2

Mittwoch, 2. Juli 2008, 13:44

Prinzipiell sehe ich das genauso. Das Addon ist doch sicher OpenSource. Da kann jeder böse Mensch mal reinschauen.

Allerdings ist der Aufwand bedeutend höher: Der Angreifer muss einmal eine Wörterbuchattacke und einmal eine Wörterbuchattacke mit Hash machen. Ich denke es bringt schon etwas.

Ich wollte das Addon auch mal testen, habe es nur mit der Zeit vergessen.


Allerdings hat die ganze Sache einen Haken: Wer den Datentransfer von dem Rechner zum Server mitlesen kann, hat immer das Passwort, egal wie das Passwort lautet und wie lang es ist. (Ich glaube wenn der Server SSL nutzt dann ist das so sogar auch unmöglich, aber da bin ich mir nicht sicher.)

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

3

Mittwoch, 2. Juli 2008, 15:01

Ich habe mal ein bisschen geforscht.

PwdHash benutzt als Hashfunktion den MD5-Algorithmus. Dieser erzeugt Hashwerte, die den HMAC-Kriterien entsprechen, was unter anderem bedeutet, dass man vom Hashwert nicht auf den Orignalwert schließen kann. Das bedeutet also schon mal, dass es bedeutungslos ist, ob der Open-Source-Code von PwdHash einsehbar ist.

Die Hauptschwachstelle besteht meines Erachtens darin, dass PwdHash einen nicht schützt, wenn man schwache Passwörter verwendet. Wie gesagt, es ließe sich leicht eine Wörterbuchattacke durchführen. Man müsste die Wörter der Liste nur einmal hashen und könnte mit dieser gehashten Liste nun auch PwdHash-Kennwörter knacken, denen ein einfaches Masterpasswort zugrunde liegt. Fazit: PwdHash ohne ein starkes Masterpasswort ist im Grunde kaum sicherer als das schwaches Masterpasswort selbst.

Interessanter ist der Aspekt "Phishing" oder der Aspekt "Passwortklau aus Datenbanken". Wird eine Datenbank gehackt, die unverschlüsselte Passwörter enthält, so hätte der Angreifer lediglich das Passwort für diese eine Seite. Er kann aber von dem Hashwert nicht auf das Masterpasswort schließen und somit nicht die Hash-Passwörter für andere Seiten ableiten.

Es vermindert sich durch PwdHash also das Risiko für drei Anwendungsfälle:
  • Eine Passwortdatenbank wird geknackt -> Damit ist dann zwar das Passwort für die eine Seite bekannt, nicht aber das Masterpasswort. Damit bleiben die gehashten Passworte für alle anderen Seiten unbekannt.
  • Man gerät auf eine Phishingseite -> Es wird nur der gehashte Wert übertragen und das Masterpasswort bleibt unbekannt. Die Information ist für den Angreifer damit wertlos, denn der Hashwert nützt ihm nichts für die eigentliche Seite
  • Das gehashte Passwort wird zwischen Client und Server abgegriffen -> Damit ist dann zwar das Passwort für die eine Seite bekannt, nicht aber das Masterpasswort. Damit bleiben die gehashten Passworte für alle anderen Seiten unbekannt.
Das Risiko vermindert sich nicht in diesen zwei Anwendungsfällen:
  • Das Masterpasswort ist schwach (Wörterbuchattacke weiterhin möglich, das Masterpasswort ist identifizierbar)
  • Das Masterpasswort gerät sonstwie in Umlauf (damit sind auch die Hashwerte für alle Seiten bekannt)
Interessant ist auch diese Seite .
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

stefan315

hat hier 2. Wohnsitz.

Beiträge: 423

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.39-ARCH

Desktop: KDE

Architektur: ---

  • Private Nachricht senden

4

Mittwoch, 2. Juli 2008, 16:18

Interessant. Das mit dem Phishing ist ein guter Gedanke :)

Ich meinte das mit OpenSource so:
Der Hacker hat die Seite und den Quellcode. Er kommt dank der Seite und dem theoretischen Passwort (eben durch durchprobieren oder mit Hilfe eines Wörterbuches) genau auf die selben Ausgangswerte wie der Anwender. Sprich: Er braucht nur das Passwort.

//edit: Ich denke aber die Idee ist gut. Das einzige: Was passiert wenn sich die Seite ändert. (URL, oder auch der Inhalt). Wird dann wirklich das richtige Passwort generiert? Das finde ich noch interessant.

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

5

Mittwoch, 2. Juli 2008, 16:34

So sehe ich es auch. PwdHash in Verbindung mit einem starken Masterpasswort, das man streng geheim hält, ist schon eine gute Sache.

Die Sache mit der Url: Das habe ich mich auch gefragt. Immerhin ist es so, dass für die Hashwertgenerierung nur der First- und der Secondlevelanteil verwendet wird.

Beispiel:
von "http://www.beispiel.de/index.php?a+b+c" wird nur "beispiel.de" verwendet.

Und wann ändert eine Seite schon ihre Domain? Höchstens mal im Falle einer Firmenübernahme, wo dann Username und Passwort beihalten werden.
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lacarpe« (2. Juli 2008, 16:41)


stefan315

hat hier 2. Wohnsitz.

Beiträge: 423

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.39-ARCH

Desktop: KDE

Architektur: ---

  • Private Nachricht senden

6

Mittwoch, 2. Juli 2008, 16:37

Ich werde es auf alle Fälle mal testen.

Teetrinker

ist fest eingezogen.

Beiträge: 537

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32-5-amd65 (Debian Wheezy)

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

7

Mittwoch, 2. Juli 2008, 17:54

Ich benutze das schon sehr lange.
Der Vorteil ist doch einfach, dass man sich nur noch ein Passwort merken muss. Und man wird nicht dazu verleitet sich bei jeder Website mit dem gleichen Passwort anzumelden.
Denn wer benutzt sonst schon immer andere Passwörter? Und obendrein auch noch 12stellige, kryptische?
Mit PwdHash ist das kein Problem.
Gruß,
Lars

------------------------------------------------
"Mit leerem Kopf nickt es sich leichter."
Zarko Petan

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

8

Mittwoch, 2. Juli 2008, 18:21

Mit PwdHash ist das kein Problem.
PwdHash wird dann zum Problem, wenn der User nun glaubt, er könne jetzt auch schwache Masterpasswörter wie "1234" oder "maus" verwenden, da diese ja per Hash in eine kryptische Form übersetzt werden. PwdHash verliert in Verbindung mit einem schwachen Masterpasswort seinen - in der Tat überzeugenden - Vorteil (siehe oben).
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

Teetrinker

ist fest eingezogen.

Beiträge: 537

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32-5-amd65 (Debian Wheezy)

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

9

Mittwoch, 2. Juli 2008, 19:30

Das ist natürlich klar.
Ich benutze für mein Hash-Passwort folgende (bekannte) Methode:
Ich denke mir einen leicht zu merkenden Satz aus, z.B.

"Ich bin anno 64 in der Nacht um drei geboren" - daraus mache ich z.B.

"Ib#64idN8u3g"

...das dürfte sehr schwer zu knacken sein.

Natürlich verwende ich einen anderen Satz. Aber das ist, wie ich finde, eine sehr gute Methode sichere Passwörter zu verwenden, die man sich trotzdem gut merken und bei etwas Übung auch sehr schnell eingeben kann.

Das dann noch in Kombination mit PwdHash finde ich eigentlich sehr gut.
Gruß,
Lars

------------------------------------------------
"Mit leerem Kopf nickt es sich leichter."
Zarko Petan

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

10

Mittwoch, 2. Juli 2008, 21:39

Full ack!

Bleibt noch die Frage:
Wenn das nicht dein tatsächlicher Merksatz ist: "Ich bin anno 64 in der Nacht um drei geboren"
...Wurdest du dann vor oder nach 1964 geboren? :D
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

Teetrinker

ist fest eingezogen.

Beiträge: 537

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32-5-amd65 (Debian Wheezy)

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

11

Mittwoch, 2. Juli 2008, 22:17

Der Jahrgang stimmt schon. Ich war allerdings nicht so unhöflich, meine Mutter mitten in der Nacht zu belästigen. :D
Aber so ein Satz wäre doch zu einfach, es gibt so viele schöne Zitate.
Gruß,
Lars

------------------------------------------------
"Mit leerem Kopf nickt es sich leichter."
Zarko Petan

Easyy-S

Boardgrafiker

Beiträge: 2 986

Ubuntu: 12.04

Kernel: generic

Desktop: GNOME Shell

Architektur: 64-bit

Danksagungen: 3 / 1

  • Private Nachricht senden

12

Donnerstag, 3. Juli 2008, 21:57

Denn wer benutzt sonst schon immer andere Passwörter? Und obendrein auch noch 12stellige, kryptische?


Ich !
Seitdem ich Linux kenne, kenne ich auch das KDE-Programm 'pwmanager', welches auch unter Gnome tadellos läuft.
In dem sammeln sich inzwischen unvorstellbar viele Passwörter. Ich generiere mir jedes mal ein neues Passwort, wenn ich irgendwo eines benötige. Über das Kontrolleistensymbol lässt sich der Benutzername und das Passwort ganz einfach in die Zwischenablage kopieren.
Die Handhabung ist somit denkbar einfach.

Hier ein paar screenshots zu dem Programm, welches auch in den Ubunturepos liegt: http://passwordmanager.sourceforge.net/screenshots.php
Easyy-S

Mein pubkey

Dein eigener UbuntuFreunde-Avatar: hier - Dein UbuntuFreunde-Banner: hier

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

13

Freitag, 4. Juli 2008, 12:05

Ich verwalte meine Passwörter in einem 256-Bit-verschlüsselten Notizblock (eine Java-Eigenproduktion), also im Prinzip ähnlich - wenn auch nicht so komfortabel - wie so ein Passwortmanager. Was mich aber stört ist diese potentielle Nichtverfügbarkeit der Passwörter an anderen Rechnern. Da ist die Idee mit dem PwdHash schon nicht schlecht.
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

stefan315

hat hier 2. Wohnsitz.

Beiträge: 423

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.39-ARCH

Desktop: KDE

Architektur: ---

  • Private Nachricht senden

14

Freitag, 4. Juli 2008, 12:21

Da ist die Idee mit dem PwdHash schon nicht schlecht.
Das setzt aber voraus, dass auf dem Rechner Firefox läuft, man Plug-Ins installieren kann und Firefox nicht nach jedem Start auf einen bestimmten Stand zurückgesetzt wird. Das macht mir im Moment nämlich sorgen... Bei uns in der Schule ist es so. Gewöhnlicherweise logge ich mich von da nicht ein. Aber wenn es mal wichtig sein sollte, dann habe ich mich selbst ausgeschlossen.

lacarpe

ist fest eingezogen.

  • »lacarpe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 509

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32 (Debian Squeeze)

Desktop: Xfce

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

15

Freitag, 4. Juli 2008, 14:17

Dank dieser Seite kommt du immer und überall an dein verschlüsseltes Passwort heran.
ubuntufreund No. 30
think globally, act locally

Teetrinker

ist fest eingezogen.

Beiträge: 537

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32-5-amd65 (Debian Wheezy)

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

16

Freitag, 4. Juli 2008, 16:38

Ganz genau.
Das ist , wie ich finde, auch ein Riesenvorteil gegenüber einem Passwortmanager. Ich habe früher meine (sehr viele verschiedene) Passwörter mit Revelation verwaltet. Nur funktioniert das dann eben nur auf dem eigen Rechner.

PwdHash geht überall, mit jedem Browser und ohne Plugins. Man muss sich dann zwar sein benötigtes Passwort erst auf der Seite generieren, aber, wie lacarpe schon geschrieben hat, es geht immer und überall.
Gruß,
Lars

------------------------------------------------
"Mit leerem Kopf nickt es sich leichter."
Zarko Petan

stefan315

hat hier 2. Wohnsitz.

Beiträge: 423

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.39-ARCH

Desktop: KDE

Architektur: ---

  • Private Nachricht senden

17

Freitag, 4. Juli 2008, 16:42

Okay, okay, ich bin überzeugt :D

Da werde ich das gleich mal testen.

Teetrinker

ist fest eingezogen.

Beiträge: 537

Ubuntu: ---

Kernel: 2.6.32-5-amd65 (Debian Wheezy)

Architektur: 64-bit

  • Private Nachricht senden

18

Freitag, 4. Juli 2008, 18:44

Hier ist übrigens noch ein Bericht zum Thema.
Gruß,
Lars

------------------------------------------------
"Mit leerem Kopf nickt es sich leichter."
Zarko Petan