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Zaeggu

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Freitag, 23. November 2007, 12:50

Ubuntu Customization Kit 2.0 Bedienung und Tricks

Worum geht es in diesem HowTo? Es geht darum, wie man sich mit Hilfe des Ubuntu Customization Kits eine Live-CD/DVD erstellen kann, die gleich alles Nötige in sachen Anwendungen usw. mitbringt, so dass man diese nach einer Neuinstallation nicht erst mühsam nachinstallieren muss.

Getestet mit Ubuntu Gutsy 7.10 Desktop CD ISO-Image.


Zitat

I. Vorbereitungen

1. Customization Kit 2.0 herunterladen

2. Das distributionsunabhängige uck_*_all.deb installieren:

Quellcode

1
sudo dpkg -i /pfad/zum/uck_*_all.deb


3. Diese sources.list mit einem Editor (hier: gedit) öffnen:

Quellcode

1
gksu gedit /etc/apt/sources.list


Und diese Quellen freischalten:

Quellcode

1
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu gutsy main

Die Freischaltung der Quelle für Entwicklerpakete sorgt dafür, dass man im Startbildschirm des Live-Systems eine beliebige Sprache auswählen kann.

4. Ein (K)Ubuntu Desktop CD ISO-Image herunterladen:
Ubuntu desktop 7.10
Kubuntu desktop 7.10

Anmerkung:
Die Alternate install CD ist für den Verwendungszweck als Live-CD nicht geeignet, da bei dieser die grafischen Tools nicht enthalten sind.


Zitat

II. Programmstart und Grundeinstellungen

1. Programmstart
Das Programm wird über "Anwendungen > Zubehör > Ubuntu Customization Kit" gestartet.

Anmerkung:
Laut Hersteller wird ein bereits zuvor erstelltes ISO-Image ohne Nachfrage überschrieben.
Dies kann ich nicht bestätigen. Der Programmstart wird stattdessen mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
Da scheint noch ein Bug vorhanden zu sein.

2. Grundeinstellungen
Über Dialogboxen werden nach Programmstart einige Grundeinstellungen abgefragt und vorgenommen.

a) Zunächst wählt man die Sprache aus: (de) für Deutsch, (fr) für Französisch, (en) für Englisch usw.

b) Anschließend wählt man seine bevorzugte Desktopumgebung aus (Gnome, KDE, other).

c) Danach kann man der zu erstellenden Live-CD einen neuen Namen geben (maximal 32 Zeichen).

Zum Beispiel gutsy-desktop-i386-23.11.07

d) Im nächsten Fenster sollte man die Abfrage nach manueller Bearbeitung mit "yes" beantworten, damit später Pakete hinzugefügt oder entfernt werden können.

e) Die folgende Abfrage betrifft die im Standard-Image enthaltenen Dateien für Windows-Betriebssysteme.

Unabhängig von manueller oder automatischer Einstellung können alle auf Windows bezogenen Dateien automatisch von der CD gelöscht werden. Wählt man "yes" werden alle windowsrelevanten Dateien (Autostart etc.) nicht mit in das neue Live-System übernommen.
Ich habe dies jedoch drin gelassen, also "no" gewählt.

Jetzt können wir damit anfangen, ein neues Image zusammen zu schustern!


Zitat

III. Systemaktualisierung und Paketquellen

Im Fenster des Hauptmenüs kann man zwischen package manager, console application und Continue building wählen.

Startet man beispielsweise die Paketverwaltung und schließt diese wieder, befindet man sich gleich darauf wieder im Hauptmenü (analog dazu sorgt aus der Konsole heraus ein "exit" für die Rückkehr ins Hauptmenü).

Dies kann mann so oft machen wie man will oder man es benötigt. Doch sobald man auf "Continue building" klickt, wird das neue Image im Ordner /home/$USERNAME/tmp/remaster-new-files erstellt. Und das dauert halt 'ne weile!

Zunächst jedoch geht es an die Aktualisierung des Systems. Dabei kann man für das gechrootete System gleich auch Quellen freischalten, die man auch in seinem Hauptsystem nutzt. Je nach eigener Vorliebe gibt es mehrere Varianten, dies zu tun.

1. Verwendung der UCK-Konsole

a) grafisch:

Starten der grafischen Oberfläche zur Verwaltung der Software-Quellen:

Quellcode

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gksu --desktop /usr/share/applications/software-properties.desktop /usr/bin/software-properties-gtk


b) textbasiert:

Manuelles Editieren der sources.list des gechrooteten Systems:

Quellcode

1
sudo vi /etc/apt/sources.list


2. Verwendung der UCK-Paketverwaltung

In der Paketverwaltung kann man ebenso unter "Settings > Repositories" weitere Quellen freischalten und neue hinzufügen. Für viele ist das sicher der bequemere Weg.

So kann man z.B.

Quellcode

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deb http://archive.canonical.com/ubuntu gutsy partner
deb-src http://archive.canonical.com/ubuntu gutsy partner

zu seinen Quellen hinzufügen.

Weiter kann man auch nicht-offizielle Quellen in seine sources.list eintragen.

Beispielsweise die von medibuntu. Leider klappt es mit den Quellen von WineHq nicht so richtig. Das heißt, sie sind nach der Erstellung des Images wieder weg. Nichstdestotrotz kann man sie für das Customizen des ISO-Images im UCK nutzen.

Anschließend kann (je nach Variante) das System auf den neuesten Stand gebracht werden. Bei mir waren es gestern am 22.11.07 "116" Updates!

Für Methode a) in der UCK-Konsole mit:

Quellcode

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sudo aptitude update

und

Quellcode

1
sudo aptitude upgrade

Quellcode

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sudo aptitude dist-upgrade


oder bei Methode b) in der UCK-Paketverwaltung über "Reload> Remark Updates > Apply"


Zitat

IV. Customize

1. Software:

Nachdem nun System und Quellen Up-To-Date sind, kann man entweder in der Paketverwaltung oder mittels UCK-Konsole via:

Quellcode

1
gksu /usr/bin/gnome-app-install

Anwendungen hinzufügen oder entfernen.

Falls z.B. Codecs benötigt werden bzw. gewünscht sind, kann man diese nun ebenfalls installieren.

Auch alles was mit NTFS zu tun hat kann man derart installieren (was jedoch am Besten mit der Paketverwaltung zu erledigen ist), sodass man mit seinem Live-System lesend und schreibend auf NTFS-formatierte Festplatten zugreifen kann.

2. Lokalisierung:

In diesem Schritt wird das spätere Live-System eingedeutscht. Man kann natürlich auch noch weitere Sprachen installieren.

Quellcode

1
gksu /usr/bin/gnome-language-selector

startet die Sprachunterstützung. Fehlende Sprachpackete werden hierüber nachinstalliert.

Quellcode

1
sudo gnome-keyboard-properties

startet das grafische Frontend für die Tastaturbelegung.

3. Style:

Wallpaper und überhaupt Dateien jeglicher Art sollten nicht nach /opt des gechrooteten Systems kopiert werden, sondern immer gleich in ihren effektiven Ordner im System, damit die Live-CD/DVD später beim starten keine Probleme macht:

Quellcode

1
sudo cp /pfad/zum/wallpaper.png /home/$USERNAME/tmp/remaster-root/usr/share/backgrounds

Es kann genausogut ein *.jpg sein. Hier ist ein Terminal des installierten Systems zu verwenden, da aus dem Chroot-Ubuntu kein Zugriff auf jenes besteht.

So, und nun muss Ubuntu noch überredet werden, das liebgewonnene Wallpaper zu verwenden:

Quellcode

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gksu gedit /usr/share/gnome-background-properties/ubuntu-wallpapers.xml


Beispielkonfiguration bei mir:

Quellcode

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<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE wallpapers SYSTEM "gnome-wp-list.dtd">
<wallpapers>
  <wallpaper>
	<name>PCT Ubuntu</name>
	<filename>/usr/share/backgrounds/ws_Orangy_Art_1440x900.jpg</filename>   #hier nur den Bildnamen ändern!
	<options>zoom</options>
	<pcolor>#dab082</pcolor>
	<scolor>#dab082</scolor>
	<shade_type>solid</shade_type>
  </wallpaper>
  <wallpaper>
	<name>Simple Ubuntu</name>
	<filename>/usr/share/backgrounds/warty-final-ubuntu.png</filename>
	<options>zoom</options>
	<pcolor>#dab082</pcolor>
	<scolor>#dab082</scolor>
	<shade_type>solid</shade_type>
  </wallpaper>
  <wallpaper>
	<name>Elephant</name>
	<filename>/usr/share/backgrounds/elephant-skin.jpg</filename>
	<options>zoom</options>
	<pcolor>#5b2e0f</pcolor>
	<scolor>#5b2e0f</scolor>
	<shade_type>solid</shade_type>
  </wallpaper>
</wallpapers>


Auch kann man Theme- und Iconsets herunterladen, diese entpacken und die entpackten Ordner ins gechrootete Live-System kopieren:

Quellcode

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sudo cp -a /pfad/zum/theme-ordner /home/$USERNAME/tmp/remaster-root/usr/share/themes


Analog dazu Icon-Ordner kopieren:

Quellcode

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sudo cp -a /pfad/zum/icon-ordner /home/$USERNAME/tmp/remaster-root/usr/share/icons


Mit dem Erscheinungsbildmanager kann jetzt schon das zu verwendende Theme festgelegt werden.
Das Iconset jedoch lässt sich nicht ins Image übernehmen!

Möchte man noch andere Icons verwenden, dann kann man das Wunschiconset z.B. von Gnome-Look herunterladen, die Datei entpacken und den Entpackten Icon-Ordner ins richtige Verzeichnis kopieren:

Quellcode

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sudo cp -a /pfad/zum/icon-ordner /home/$USERNAME/tmp/remaster-root/usr/share/icons


Anschließend wird Ubuntu wieder dazu überredet, das neue Iconset zu verwenden:

Quellcode

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gksu gedit /usr/share/icons/default/index.theme

Hier nur den Ordnernamen ändern, z.B.:

Quellcode

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2
[Icon Theme]
Inherits=GnomeXP


Jetzt zum Schluss natürlich auf Continue building klicken. Es wird dann das neue Image im Ordner /tmp/remaster-new-files als livecd.iso hinterlegt werden.

Nach Erstellung des ISO-Images kann man selbiges in einem Emulator testen oder auf eine CD/DVD RW brennen. Ergebnis ist eine neue Live-CD/DVD - Up-To-Date plus Extras!

So, das sollte es erst einmal sein. Meldet euch, wenn ihr noch Tipps und Tricks dazu habt! ;)
Und die Lösung ist auf gutem wege erreicht zu werden! :thumbsup:

Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von »Zaeggu« (23. Januar 2008, 08:00)