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basslord

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 08:46

Zusammenarbeit von Microsoft und Linspire

Offenbar will nun auch Linspire mit Microsoft in einer Form zusammenarbeiten, bei der es unter anderem um die Lizenzierung geistigen Eigentums der Redmonder geht.

Angekündigt wurde eine Zusammenarbeit in folgenden Punkten:
- Kompatibilität von Dokumentformaten
- Instant Messaging (Audio-Codec für Linspires Pidgin)
- Digitale Medien (Audio und Video Codecs des MediaPlayer 10)
- True Type Fonts (werden von Linspire lizenziert)
- Websuche

Eine Zusammenarbeit sollte wenig verwundern. Nach Novell und Xandros war es für viele nur eine Frage der Zeit, wann gerade Linspire in irgendeiner Form folgt.

Ubuntunutzer werden das sicherlich weniger gerne hören, da auch eine Zusammenarbeit von Canonical und Linspire existiert. Kommt nun Windows durch die Hintertür auch zu uns?


Quellen:
http://lxer.com/module/newswire/view/88380/index.html
http://news.zdnet.com/2100-3513_22-6190846.html
http://www.linspire.com/linspire_letter_archives.php?id=40
"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." - Friedrich Nietzsche

Fraenk

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 09:32

Meldung von Ikhaya: http://www.ubuntuusers.de/ikhaya/555/

Das wäre für mich das Letzte, wenn jetzt auch noch M$ mit Ubuntu zusammenarbeiten würde. Denke nicht, dass Mark das zulassen wird.
Bei Linspire habe ich das Gefühl, dass die kein Licht mehr am Ende Tunnels sehen und so auf den Zug aufspringen um mit M$ zu kooperien.
Interessant ist, wie Red Hat und Debian sich verhalten werden.
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enrico65

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 14:31

Bei Ubuntu und Mark Shuttleworth halte ich das für absolut ausgeschlossen. Das würde bedeuten: Erstens hätte Mark Shuttleworth sein Versprechen gebrochen, dass Ubuntu kostenlos bleiben wird (denn Ballmer und Konsorten lassen sich die Lizenzierung ihrer komischen Codecs ja bezahlen, und diese Kosten würde Mark Shuttleworth an die Ubuntu-Nutzer in irgendeiner Form weitergeben müssen), zweitens ist Ubuntu keine kommerzielle Distribution. Die Umfaller bei Xandros, Novell und Linspire wollen damit Marktanteile gewinnen und ihr veraltetes Geschäftsmodell retten. Ubuntu braucht keine Marktanteile zu generieren und will es auch nicht. Drittens ist genau diese Art von Geschäftemacherei das beste Argument erstens gegen Softwarepatente jeglicher Art und zweitens für die GPLv3. Linspire ist genauso wie Novell und Xandros in einer prekären Situation: Alle brauchen sie Geld, alle haben den Sinn und Zweck von Open Source nicht verstanden, alle sind technologisch bestenfalls zweitklassig und sehen sich durch konkurrierende Distributionen bedroht (Linspire kenne ich nicht, aber die verheerenden Kritiken und der Mini-Marktanteil sprechen für sich). Novell wollte RedHat eins auswischen, Xandros wollte auf Kosten von Ubuntu gewinnen, Linspire hofft wohl, damit freie konkurrierende Systeme wie MintLinux auszubremsen.

Bei Debian ist eine "Kooperation" mit Ballmer und Gates ebenso ausgeschlossen, das ist ja gar keine kommerziell erhältliche Distrbution, hinter der eine Firma steht. RedHat wird wohl abwarten, wie schnell sich die GPLv3 durchsetzt, um dann eine Entscheidung zu treffen.

Raziel

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 18:31

Seh ich ähnlich wie enrico65: die Debian- und Ubuntu-Projekte werden niemals auf einen solchen Deal eingehen, da sie Non-Profit-Organisationen sind.

Welchen Sinn hätte es also für sie, ihre Seele zu verkaufen? ;)

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 19:57

Solange die wirklich großen nicht auf den Zug aufspringen sehe ich da noch keine grundsätzliche gefahr. Die wie auch immer aussehen mag.

Damit meine ich: Red Hat (Fedora, CentOS, Red Hat Enterprise Linux), Debian (Ubuntu,Knoppix), usw.

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basslord

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:52

Zitat

Original von Cheeky@Boinc
Solange die wirklich großen nicht auf den Zug aufspringen[...]

Also ich würde Novell/Suse nicht unbedingt als klein bezeichnen ;)

Zitat

Original von enrico65
Bei Ubuntu und Mark Shuttleworth halte ich das für absolut ausgeschlossen.

Ausschließen würde ich das nicht unbedingt. Wenn Linspires CNR kommt, dann schwarzmale ich mal dieses Szenario:
Linspire bietet über CNR Audio- und Videocodecs an, für die es an M$ Lizenzgebühren entrichten muss. Ubuntuuser nutzen diesen Dienst und zahlen dafür.
Gelangt auf diesem (Um-)Weg die Gebühr etwa nicht an Microsoft? Ich behaupte mal, ja.

Ich sehe nicht, dass Linspire für Ubuntujünger spezielle Pakete aus CNR ausschließt, falls überhaupt möglich.

Gut, das mag nun pessimistisch klingen. Doch sollte man das nicht pauschal abtun, nur weil Ubuntu als eine freie, unabhängige Distribution gilt, bei der es gewisse Versprechungen gibt.

Bug#1 würde auf diesem Wege jedefalls kaum zu beseitigen sein. Im Gegenteil, er klopft schon an die Tür und will rein.

Zitat

Ubuntu braucht keine Marktanteile zu generieren und will es auch nicht.

Meiner Meinung nach will Ubuntu schon auch Marktanteile gewinnen. Auch wenn, oberflächlich betrachtet, kein Gewinn durch Verkauf des Betriebssystems erwirtschaftet wird.

Doch glaube ich eben nicht, dass Ubuntu eine Distribution um der Distribution Willen ist.
Eine solch hippiemäßige Attitüde würde ich nicht mal einem Multimillionär unterstellen, der es eigentlich nicht nötig hätte. Wenn nicht auf irgendeinen Weg Geld zurückfließt, dann kann auch der Reichste irgendwann den Laden zu machen.
Somit wird eben anders an Ubuntu verdient.

Aber lassen wir uns einfach überraschen. Als Idealist würde ich es jedenfalls begrüßen, wenn Mark Shuttleworth Mr. Carmony für dessen grandiosen "Coup" den bildlichen Tritt in den Allerwertesten verpassen würde.
Man wird ja träumen dürfen...


Gruß
Rodge
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Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:54

Zitat

Also ich würde Novell/Suse nicht unbedingt als klein bezeichnen


Das habe ich auch nicht gesagt, nur kann ich sie ja schlecht mit aufzählen wenn sie schon einen "pakt" geschlossen haben :)

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Freitag, 15. Juni 2007, 13:27

@basslord:
Das von Dir beschriebene Szenario kann natürlich so eintreten. Es bedeutet jedoch nicht, dass Mark Shuttleworth in irgendeiner Form Lizenzverträge abgeschlossen hätte wie das bei Xandros und Linspire der Fall ist. Die Nutzung des CNR von Linspire ist dann eine freie Entscheidung der User. Der User muss dann an den kommerziellen Anbieter der Codecs, das wäre also Linspire, die Lizenzgebühr entrichten, von denen die Damen und Herren in Redmond dann profitieren. Wer das nicht will (und das sind hoffentlich möglichst viele!), der kann ja immer noch die freien Codecs, die jetzt schon von Ubuntu angeboten werden, nutzen. Ubuntu ist - gottlob - eben im Gegensatz zu Linspire, Xandros und Novell schon von der Organisationsstruktur her so anders, dass kommerzielle Interessen nicht zu diversen Verrenkungen führen können.

Thema Marktanteile: Was ich meinte, ist, dass bei Ubuntu nicht Marktanteile generiert werden müssen, um kommerzielle Zielvorgaben zu erreichen. Während Linspire, Xandros und Novell Aktionäre und Investoren im Rücken sitzen haben, die Dividende erwarten, basiert Ubuntu auf einer Stiftung, ist also Non-Profit. Hier ist die einzige finanziell relevante Vorgabe, das Stiftungskapital nicht zu verplempern. Für den Ship-It-Service steht Mark Shuttleworth mit derzeit rund 10 Mio. USD p.a. gerade. Das trägt gewaltig zur Verbreitung bei. Er verdient am Support, und der läuft über seine Firma Canonical, die kommerziell getrennt ist von der Stiftung. Diese Konstruktion ist genial, denn eine Stiftung kann nicht - wie eine Firma - einfach aufgekauft werden, um lästige Konkurrenz aus dem Weg zu schaffen. MS ist ja Spezialist auch in solchen Machenschaften, das geht jedoch weder bei Ubuntu noch bei Debian.

Insofern bin ich sehr guter Hoffnung, dass frei auch frei bleiben wird. Und wo die kommerziellen herumkraxeln - nun ja, Distrowatch.com spricht da schon Bände.

Gruß
enrico65